B-FE-2811
Der Audi A8 50 TDI mit Linksfraktion war eine steilere Steilvorlage als der 100 CS quattro der in der ´86er Werbung eine finnische Skischanze hochgefahren ist. Aber er offenbart vor allem eines: Den geheimen Code der Macht.
von Alexander Kira
von Alexander Kira
Das Schöne an Symbolpolitik ist, dass sie im gleichen Maße von allen abgelehnt wird, wie sie wirksam ist. Ein Bild spricht halt mehr als tausend Worte. Papst Franziskus wusste dies bestens, ließ er sich doch selbst bei Staatsbesuchen in die USA mit einem echten Kleinwagen chauffieren; merkliche Schlagseite bei gut genährten Kardinälen an Bord und offene Fenster inklusive. Angela Merkel und ihre beiden A8 ohne Aufsteckblaulicht waren die wahren Haie im Haifischbecken des politischen Berlins. Im Straßenverkehr kaum auszumachen, erschien sie wie aus dem Nichts. Wie der Pontifex Maximus wusste die Pastorentochter um die Wirksamkeit der wundersamen Erscheinung. Auch der ansonsten badisch bescheidene Schäuble wusste mit seinen beiden für Ministerverhältnisse exzentrischen S-Klassen in Grausilber ein Statement in einer Szene zu setzen, in der schwarze Limos gesetzt scheinen.
Wo im politischen Berlin ,,Radfahren" oft nach oben buckeln und nach unten treten heißt, wird Kanzler Olaf Scholz als echter Radfahrer in die Geschichte eingehen. Direkt nach Hans-Christian Ströbele bei dem man sich wundert, dass nicht schon ein Fahrradmodell nach ihm benannt wurde. Und über die legendären Abenteuer von Armin Laschet als täuschend echtes Boris Pistorius Double auf dem E-Roller wurde diesseits bereits berichtet. Der würde sogar in einen Panzer passen, wenn Laschet das Pistorius Lookalike á la Hape Kerkelings Königin Beatrix einmal konsequent durchziehen würde.
Wie naiv aber waren wir alle, dass wir dachten dies wäre es schon gewesen. Aber nein, der Linksfraktion A8 offenbart etwas ganz anderes. Nicht, dass auch Genossen einmal A8 fahren. Das sei ihnen von Herzen gegönnt. Aber der Code auf dem Nummernschild der Berliner Nomenklatura war bisher weithin unbeachtet geblieben. Vielleicht kennt man noch das 0-1 des Bundespräsidenten aus dem alten Berlin Direkt Vorspann. Denn während Hinterbänkler die Fahrbereitschaft mit schnöden Zufallskennzeichen nutzen und auch Minister im Regelfall nur wechselnde Fuhrparklimousinen erhalten, gibt es für die erste Reihe Unterschiede, so dezent wie der Service der Kanzlerküche im 4 Stock der Willy-Brandt-Straße 1.
Scheinbar setzen auch Fahrzeugkennzeichen im politischen Berlin Akzente. Namens- und Geburtstagskombinationen kommen laut Medienberichten häufiger vor. Praktisch für Fraktionsneulinge mit Gedächtnisproblemen, können sie so relevante Geburtstage nicht vergessen und ihre Pralinenschachtel gleich auf den richtigen Rücksitz legen. Doch was ist der wahre Code der Kennzeichen?
Angeblich zeigt das Nummernschild des Finanzministers mahnend die Staatsverschuldung an. Das Kennzeichen der fast Namensvetterin von Heidi Reichinnek, der Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche, informiert wechselnd über die Füllung der Gasspeicher und die Wirtschaftsprognose der 5-Wirtschaftsweisen. Dorothee Bär würdigt die Anzahl der Deutschen Astronautinnen- und Astronauten, Patrick Schnieder informiert pragmatisch über aktuelle Stauwarnungen und Verena Hubertz über die traurige Anzahl der Neubauwohnungen.
Wenn sich dies im Kreisen der politischen Investigativjournalisten herumspricht, dann können sie endlich wieder spannenderes berichten als das tägliche Klein-Klein. Geradezu prophetisch schien hier der Titel der langjährigen Politsendung Kennzeichen D. Eine fundierte Kennzeichen-Exegese könnte auch von den leidigen Massagesitzen der Intendantenfahrzeuge ablenken. Vor allem dann, wenn Politikschaffende per Kennzeichen ihrem Humor Ausdruck verleihen würden. Ein Vorreiter war auch hier Gerhard Schröder bei seinem Wetten, dass...? Gastspiel nebst Kanzleraudi: ,,wegen der 4 Ringe". Heute müsste der den Gag mit der Olympischen Flagge erzählen. Doch was, wenn Steinmeier, wie üblich bei weniger staatragenden Dienstfahrten, das nächste Mal ein diskretes Wechselkennzeichen wählt...diesmal mit einem Hinweis auf seinen glücklosen Vorgänger? Kanzler März könnte als ironische Reminiszenz an den Opernfan Angela Merkel Claude Debussy wählen - das Verhältnis zu Frankreich würde es verbessern. Karl Lauterbach hatte angeblich bereits stets das Kürzel und Geburtsdatum des amtierenden Tischtennis Weltmeisters am Fahrzeug; Oskar Lafontaine die Sternezahl seines Lieblingsrestaurants.
Was wäre nun der Linksfraktion zu raten, um aus diesem medialen Schlamassel herauszukommen? Ganz einfach und für nur 19,90 EUR Umschreibegebühr plus 12,80 EUR für das Wunschzeichen und 30,00 EUR fürs Blech zu haben: B-FE-2811, Friedrich Engels 28.11.1820. Denn wenn eines sicher ist: Friedrich Engels wäre bestimmt nichts unter einem A8 50 TDI gefahren.
20.02.2026
Alexander Kira hat über internationalen Menschenrechtsschutz provomiert und ist Jurist, Moderator und Kabarettist. Er lebt und schreibt im Herzen von Berlin.
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Wo im politischen Berlin ,,Radfahren" oft nach oben buckeln und nach unten treten heißt, wird Kanzler Olaf Scholz als echter Radfahrer in die Geschichte eingehen. Direkt nach Hans-Christian Ströbele bei dem man sich wundert, dass nicht schon ein Fahrradmodell nach ihm benannt wurde. Und über die legendären Abenteuer von Armin Laschet als täuschend echtes Boris Pistorius Double auf dem E-Roller wurde diesseits bereits berichtet. Der würde sogar in einen Panzer passen, wenn Laschet das Pistorius Lookalike á la Hape Kerkelings Königin Beatrix einmal konsequent durchziehen würde.
Wie naiv aber waren wir alle, dass wir dachten dies wäre es schon gewesen. Aber nein, der Linksfraktion A8 offenbart etwas ganz anderes. Nicht, dass auch Genossen einmal A8 fahren. Das sei ihnen von Herzen gegönnt. Aber der Code auf dem Nummernschild der Berliner Nomenklatura war bisher weithin unbeachtet geblieben. Vielleicht kennt man noch das 0-1 des Bundespräsidenten aus dem alten Berlin Direkt Vorspann. Denn während Hinterbänkler die Fahrbereitschaft mit schnöden Zufallskennzeichen nutzen und auch Minister im Regelfall nur wechselnde Fuhrparklimousinen erhalten, gibt es für die erste Reihe Unterschiede, so dezent wie der Service der Kanzlerküche im 4 Stock der Willy-Brandt-Straße 1.
Scheinbar setzen auch Fahrzeugkennzeichen im politischen Berlin Akzente. Namens- und Geburtstagskombinationen kommen laut Medienberichten häufiger vor. Praktisch für Fraktionsneulinge mit Gedächtnisproblemen, können sie so relevante Geburtstage nicht vergessen und ihre Pralinenschachtel gleich auf den richtigen Rücksitz legen. Doch was ist der wahre Code der Kennzeichen?
Angeblich zeigt das Nummernschild des Finanzministers mahnend die Staatsverschuldung an. Das Kennzeichen der fast Namensvetterin von Heidi Reichinnek, der Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche, informiert wechselnd über die Füllung der Gasspeicher und die Wirtschaftsprognose der 5-Wirtschaftsweisen. Dorothee Bär würdigt die Anzahl der Deutschen Astronautinnen- und Astronauten, Patrick Schnieder informiert pragmatisch über aktuelle Stauwarnungen und Verena Hubertz über die traurige Anzahl der Neubauwohnungen.
Wenn sich dies im Kreisen der politischen Investigativjournalisten herumspricht, dann können sie endlich wieder spannenderes berichten als das tägliche Klein-Klein. Geradezu prophetisch schien hier der Titel der langjährigen Politsendung Kennzeichen D. Eine fundierte Kennzeichen-Exegese könnte auch von den leidigen Massagesitzen der Intendantenfahrzeuge ablenken. Vor allem dann, wenn Politikschaffende per Kennzeichen ihrem Humor Ausdruck verleihen würden. Ein Vorreiter war auch hier Gerhard Schröder bei seinem Wetten, dass...? Gastspiel nebst Kanzleraudi: ,,wegen der 4 Ringe". Heute müsste der den Gag mit der Olympischen Flagge erzählen. Doch was, wenn Steinmeier, wie üblich bei weniger staatragenden Dienstfahrten, das nächste Mal ein diskretes Wechselkennzeichen wählt...diesmal mit einem Hinweis auf seinen glücklosen Vorgänger? Kanzler März könnte als ironische Reminiszenz an den Opernfan Angela Merkel Claude Debussy wählen - das Verhältnis zu Frankreich würde es verbessern. Karl Lauterbach hatte angeblich bereits stets das Kürzel und Geburtsdatum des amtierenden Tischtennis Weltmeisters am Fahrzeug; Oskar Lafontaine die Sternezahl seines Lieblingsrestaurants.
Was wäre nun der Linksfraktion zu raten, um aus diesem medialen Schlamassel herauszukommen? Ganz einfach und für nur 19,90 EUR Umschreibegebühr plus 12,80 EUR für das Wunschzeichen und 30,00 EUR fürs Blech zu haben: B-FE-2811, Friedrich Engels 28.11.1820. Denn wenn eines sicher ist: Friedrich Engels wäre bestimmt nichts unter einem A8 50 TDI gefahren.
20.02.2026
Alexander Kira hat über internationalen Menschenrechtsschutz provomiert und ist Jurist, Moderator und Kabarettist. Er lebt und schreibt im Herzen von Berlin.
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