Naidoos Wahn

Naidoos Wahn

Da steht er also wieder vor dem Kanzleramt. Nicht als Sänger, nicht als geläuterter Rückkehrer, nicht als jemand, der seine eigenen Irrwege wirklich aufgearbeitet hätte, sondern als Lautsprecher für den nächsten verschwörungsideologischen Ausnahmezustand. Und bevor wieder jemand so tut, als ginge es hier um eine böswillige Kampagne gegen ein missverstandenes Genie, sage ich es lieber selbst, damit es nicht unter den Tisch fällt: Ich kenne Xavier Naidoo. Wir hatten Begegnungen, wir haben gesprochen, ich habe ihn erlebt.

von Serdar Somuncu
Und ich sage auch das ausdrücklich, weil es zur Wahrheit dazugehört: Ich bewundere und schätze Xavier Naidoo als Sänger und als Musiker. Seine Stimme, seine Musikalität, seine Wirkung - das ist außergewöhnlich. Gerade deshalb wiegt das, was er politisch seit Jahren produziert, so schwer. Das eine hebt das andere nicht auf. Im Gegenteil: Es macht den Widerspruch nur deutlicher und die Enttäuschung größer.

Schon bei unseren Begegnungen ist mir aufgefallen, dass er immer wieder Dinge erzählt hat, bei denen man zunächst dachte: gut, ein bisschen schräg, ein bisschen abseitig, vielleicht einfach Künstlerfantasie, vielleicht dieser Hang zur großen Welterklärung, den manche haben, wenn sie sich zu lange mit ihrer eigenen Eingebung beschäftigen. Es klang nach Ideen, die man leicht mit Spinnerei verwechseln konnte. Nicht sofort als geschlossener Wahn, eher als merkwürdige Mischung aus Sendungsbewusstsein, Andeutung und dieser seltsamen Gewissheit, dass man selbst mehr verstanden habe als der Rest. Erst durch die Vorgänge, die wir inzwischen in aller Öffentlichkeit sehen, ist mir klar geworden, dass das nicht bloß die Fantasie eines verblendeten Ideologen ist. Es ist der feste Glaube eines Menschen daran, auf der richtigen Seite zu stehen. Und genau das ist der gefährliche Punkt. Denn wer sich irrt, kann korrigiert werden. Wer sich berufen fühlt, hält jeden Widerspruch für einen Beweis.

Und es gehört noch ein Punkt dazu, der mir persönlich wichtig ist, weil er zeigt, wie perfide dieses ganze Spiel inzwischen geworden ist: Xavier Naidoo hat in einem Video öffentlich Abbitte geleistet, und ich habe ihn damals dafür sogar in Schutz genommen, weil ich ihm geglaubt habe. Ich war bereit zu sagen: gut, jemand hat sich verrannt, merkt es, zieht die Reißleine, das muss man anerkennen. Genau deshalb ist das, was jetzt passiert, so entlarvend. Denn im Rückblick wirkt diese Abbitte nicht wie Einsicht, sondern wie ein Manöver. Und während seine Fans heute behaupten, er sei dazu gezwungen worden, bestätigt genau diese Erzählung nur das alte Muster: Egal was passiert, am Ende wird alles so umgedeutet, dass der Prophet recht behält und die Wirklichkeit sich seinem Mythos unterordnet.

Beim Auftritt vor dem Kanzleramt, offiziell im Dunstkreis des Themas Kindesmissbrauch und Epstein, fiel dann wieder genau diese Sprache, die in solchen Milieus nie zufällig ist. Da ist von ,,Menschenfressern" die Rede, von ,,die fressen unsere Babys", von Formulierungen, die nicht einfach nur drastisch sind, sondern an alte Verschwörungsbilder anschließen, die in Europa eine sehr konkrete Geschichte haben. Das ist nicht bloß geschmackloses Gerede, das ist das Einfallstor in eine politische Mythologie, in der reale Verbrechen als Rampe benutzt werden, um aus allem eine allumfassende Erzählung über ,,die Eliten", ,,die da oben" und die geheime Steuerung der Welt zu machen. Das Perverse daran ist: Epstein war real, die Verbrechen waren real, die Opfer sind real. Gerade deshalb ist es so perfide, wenn aus dieser Realität eine Wahnwelt gebaut wird, in der am Ende wieder dieselben Chiffren, dieselben Feindbilder und dieselben Schuldgrammatiken auftauchen wie immer.

Und nein, das ist kein Ausrutscher, kein peinlicher Rückfall, kein einmaliger Kontrollverlust. Das Muster ist alt. Wer sich erinnert, weiß, dass Xavier Naidoo schon vor Jahren auf Mahnwachen und in Umfeldern unterwegs war, in denen Reichsbürger, Verschwörungsgläubige und Figuren aus dem rechten Milieu nicht zufällig am Rand standen, sondern ganz selbstverständlich dazugehörten. Das war schon damals keine ,,unglückliche Überschneidung", sondern eine politische Anschlussfähigkeit, die man sehen konnte, wenn man sehen wollte. Heute ist das nur digital aufgerüstet. Statt schlecht kopierter Flugblätter gibt es Streams, Telegram, rechte Influencer, AfD-nahe Portale und die üblichen Medienfiguren, die jede Andeutung sofort in Weltuntergangspornografie verwandeln. Dass Naidoo dort andockt, dort Interviews gibt und dort als Kronzeuge herumgereicht wird, ist keine Verleumdung, sondern das Ergebnis jahrelanger Selbstverortung.

Am unerquicklichsten bleibt dabei die Fangemeinde, dieser harte Kern, der nicht mehr zuhört, sondern glaubt. Da wird nichts geprüft, da wird bestätigt. Jede Kritik gilt als Beweis, jede Distanzierung als taktischer Trick, jede Eskalation als mutiger Tabubruch. Aus einem Sänger wird eine Erlöserfigur für Menschen, die sich nach einer allumfassenden Erklärung sehnen. Einer, der ,,es ausspricht", einer, der ,,sich traut", einer, der ,,schon immer recht hatte". Und das Tragische ist: Genau diese Sehnsucht macht ihn politisch so wirksam. Denn es geht in diesem Milieu nicht um Aufklärung, sondern um Aufladung. Nicht um Fakten, sondern um Erregung. Es reicht, ein paar reale Namen, ein paar echte Skandale und ein paar halbgare Aktenfetzen in den Raum zu werfen, und der Rest wird mit Fantasie und Furor aufgefüllt.

Wer das für eine neue Entwicklung hält, hat die Texte der letzten Jahre nicht gelesen oder wollte sie nicht lesen. Bei Naidoo lief vieles lange über Codes, Chiffren und die alte Nummer mit den angeblich unsichtbaren Puppenspielern. Man kann jedes einzelne Wort isoliert wegdiskutieren, genau das ist ja der Trick. Nicht der eine Satz ist entscheidend, sondern das wiederkehrende Muster: anonyme Mächte, gesteuerte Politik, ,,die da oben", dunkle Finanzeliten, Andeutungen statt Klartext, aber immer so, dass das entsprechende Publikum schon versteht, was gemeint ist. Besonders bekannt ist die Debatte um die ,,Totschild"-Passage, die seit Jahren als antisemitische Codierung diskutiert wird, weil sie eben nicht im luftleeren Raum steht, sondern im Kontext eines ganzen Bedeutungsfeldes aus Chiffren, Feindbildern und Ressentiments. Naidoo hat das bestritten, als Banken- oder Systemkritik verkauft, und genau darüber wurde juristisch gestritten. Wichtig ist dabei: Es ging nicht darum, ob ein Gericht ihm ein politisches Etikett verpasst, sondern darum, ob man ihn in der öffentlichen Debatte als Antisemiten bezeichnen darf. Dass das Bundesverfassungsgericht frühere Unterlassungsentscheidungen aufgehoben und die Meinungsfreiheit in diesem Punkt gestärkt hat, ist kein Nebensatz, sondern ein deutliches Signal, wie ernst diese Debatte juristisch genommen wurde.

Dasselbe Muster zeigt sich bei der Homophobie, die bei ihm allzu oft als Kampf gegen Kindesmissbrauch getarnt daherkommt. Auch das ist nicht neu. Schon früher gab es Texte und Passagen, in denen Homosexualität, sexuelle Gewalt, ,,Rituale" und moralischer Verfall in einen Topf geworfen wurden, immer begleitet von der Behauptung, man meine es doch nur gut, man wolle doch nur Kinder schützen. Das ist die rhetorische Tarnung: Man baut ein moralisch unanfechtbares Thema auf - Kindesmissbrauch - und schiebt darunter Ressentiments gegen Minderheiten und alte Feindbilder mit durch. Wer dann Kritik übt, wird so behandelt, als verteidige er das Verbrechen selbst. Genau deshalb funktioniert das so gut im verschwörungsideologischen Milieu: Es verbindet moralische Panik mit politischer Hetze und gibt dem Ganzen den Anstrich einer höheren Gerechtigkeit.

Und dann kommt noch der Teil, der mich persönlich inzwischen wirklich anwidert: die Halluzination rund um die Epstein-Files, die mir auch von Bloggern und Fans entgegengeschleudert wurde, als wäre jeder, der noch zwei Sätze geradeaus denkt, automatisch Teil einer Vertuschung. Da werden Akten, die viele nicht einmal gelesen haben, behandelt wie eine fertige Offenbarung. Da wird aus jeder Kontaktliste eine Welterklärung gezimmert, aus jeder Begegnung eine globale Schuld, aus jedem Namen ein Beweis für die Endabrechnung mit ,,den Eliten". Und natürlich läuft das wieder über dieselben Chiffren: geheime Netzwerke, satanische Rituale, Kinder, Macht, Medien, Steuerung. Man muss das Wort nicht aussprechen, damit klar ist, in welche Richtung diese Erzählung ideologisch kippt. Der moderne Antisemitismus ist ja gerade oft zu feige für den offenen Satz und zu routiniert für das plumpe Symbol. Er arbeitet mit Andeutungen, mit Codes, mit suggestiven Ketten. Und genau das macht ihn anschlussfähig bis weit in Kreise hinein, die sich für völlig harmlos halten.

Das Bittere an Xavier Naidoo ist deshalb nicht nur, dass er Unsinn erzählt. Unsinn erzählen viele. Das Bittere ist, dass er eine enorme künstlerische Autorität hat und diese Autorität in einen politischen Raum trägt, der von Ressentiment, Verschwörungsdenken und Heilsgewissheit lebt. Ich kann ihn als Musiker bewundern und schätzen und gleichzeitig sagen, dass ich seiner politischen Haltung zutiefst misstraue. Das widerspricht sich nicht. Im Gegenteil: Gerade weil sein Talent nie das Problem war, ist der Absturz in diese Welt aus Andeutung, Wahngewissheit und ideologischer Anschlussfähigkeit so unerquicklich. Was man früher vielleicht noch als schräge Fantasie abtun konnte, ist heute als Überzeugung sichtbar. Kein Missverständnis, keine private Marotte, kein harmloser Spleen. Sondern der Glaube eines Menschen, der sich im Recht fühlt und damit ein Milieu stärkt, das seit Jahren mit denselben Mechanismen arbeitet: Angst, Andeutung, Feindbild, Erlösungsversprechen.

25.02.26
©Serdar Somuncu
Das neue Buch - Lügen -Kulturgeschichte einer menschlichen Schwäche"
*Serdar Somuncu ist Schauspieler und Regisseur

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Kommentare
  • bruhydata
    18.03.2026 21:03
    hier der ist besser und inkl quellen:

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    Wie konzentriertes Kapital demokratische Kontrolle ersetzt

    Wie können kriminelle oder geheimdienstliche Strukturen innerhalb westlicher Demokratien langfristig operieren, ohne strafrechtliche Konsequenzen zu erfahren – und wessen Interessen sichern sie dabei ab?

    Robert Maxwell, posthum von Israels Premier Shamir gewürdigt, er habe „mehr für Israel getan, als heute gesagt werden kann", war der Vater von Ghislaine Maxwell – Epsteins langjähriger Vertrauter und 2021 wegen Sexhandels verurteilter Komplizin. Ob und in welchem Umfang Robert Maxwells dokumentierte Geheimdienstverbindungen in Epsteins späteres Netzwerk hineinwirkten, ist investigativ nahegelegt, aber nicht abschließend belegt. Jeffrey Epstein selbst akkumulierte über Jahrzehnte Zugang zu Politikern, Wissenschaftlern und Finanziers – durch diskrete Vermögensverwaltung, kuratierte Netzwerke und eine Überwachungsinfrastruktur, deren Ausmaß erst durch die seit 2025 freigegebenen Akten sichtbar wird: Kameras in sämtlichen Immobilien, auf Little St. James für die gleichzeitige Erfassung von bis zu 1.000 Geräten ausgelegt. Opferaussagen und Gerichtsdokumente beschreiben das Arrangement konsistent: Sexuelle Straftaten waren nicht das Ziel, sondern das Instrument. Die bloße Existenz archivierten Beweismaterials erzeugt Abhängigkeit – ohne dass eine explizite Drohung je ausgesprochen werden muss. Private Detektive sollen Datenträger vor erwarteten Razzien aus Epsteins Anwesen entfernt haben; externe Lagereinheiten wurden bis zu seinem Tod nie durchsucht.

    Sein Financier Les Wexner, vom FBI als nicht angeklagter Mitverschwörer geführt und Mitgründer der Mega Group, stellte den Kapitalrahmen bereit. Sheldon Adelson repräsentiert dieselbe Strukturlogik mit einer entscheidenden Anpassung: Er operierte nicht im Verborgenen, sondern pumpte über $600 Millionen legal in amerikanische Wahlkämpfe. Die Ergebnisse sind dokumentiert – Botschaftsverlegung nach Jerusalem, Angriffe auf iranische Nuklearanlagen im Juni 2025 und Februar 2026 nach persönlichem Lobbying Netanyahus, ohne Kongressmandat, gegen die Einschätzung der eigenen Geheimdienste. Trump sagte in seiner Knesset-Rede selbst, Miriam Adelson habe ihn dazu gebracht, „Irans Atomprogramm mit B-2-Bombern zu beenden." Adelsons eigenes Casinoimperium in Macau wirft dabei eine strukturell verwandte Frage auf: ProPublica dokumentierte Verbindungen des Las-Vegas-Sands-Konzerns zum organisierten Verbrechen – ohne strafrechtliche Konsequenzen. Kapital in ausreichender Konzentration erzeugt offenbar eine eigene regulatorische Immunität.

    Dasselbe Prinzip – Kapital kauft Zugang, Zugang erzeugt Abhängigkeit, Abhängigkeit ersetzt demokratische Kontrolle – ist nicht auf dieses Netzwerk beschränkt. Der Kerry/Brown-Senatsbericht von 1992 dokumentiert identische Mechaniken über saudi-arabisches und pakistanisches Kapital via BCCI. Russisches Oligarchenkapital floss über Manafort und Deripaska in denselben Trump-Wahlkampf, den Adelson finanzierte – zwei konkurrierende Netzwerke, die dieselbe demokratische Institution als Investitionsobjekt begriffen. Das Koch-Netzwerk, die Pharmaindustrie und der Finanzsektor kaufen über Citizens United dasselbe Ergebnis im Inland – vollkommen legal. Die Dutroux-Parlamentsberichte, die Craig-Spence-Affäre und die BCCI-Untersuchung verbindet dabei ein durchgehendes Muster: Ermittlungen gegen Personen mit Verbindungen zu Kapital und politischer Macht verlaufen schleppend, werden vorzeitig eingestellt oder scheitern an auffälligen Koordinationsproblemen. Ghislaine Maxwell sitzt in einem Mindestscherheitsgefängnis, obwohl BOP-Richtlinien dies für Sexualstraftäterinnen untersagen. Eine Begnadigung würde ihr Fifth-Amendment-Recht aufheben – sie müsste reden. Sie wird nicht begnadigt.Diese Fälle sind keine Belege für ein zentrales Komplott. Sie sind Belege für das Versagen konkreter regulatorischer Systeme – und eine Beschreibung dessen, wo angesetzt werden müsste: Wahlkampffinanzierung, Geheimdienstaufsicht, Vermögenskonzentration. Solche Strukturen sind nicht unvermeidlich. Sie entstehen dort, wo Kapital sich seiner eigenen Kontrolle entzogen hat – und bleiben stabil, solange die Regeln, die das ermöglichen, nicht geändert werden.
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    *Quellen: Kerry/Brown Senate Report on BCCI (1992); Julie K. Brown, Miami Herald (2018); Ronan Farrow, The New Yorker (2019); Belgischer Parlamentsbericht Dutroux (1997); DOJ Epstein-Akten (2025); ProPublica Adelson/Sands-Recherche; Jerusalem Post (2025); Citizens United v. FEC, 558 U.S. 310 (2010).*

    xavier bashen heißt, sich um die falschen probleme zu kümmern, xavier screentime schenken, machen nur schwurbler und mainstreammedien
  • BruhYData
    18.03.2026 01:45
    Wozu ermöglicht ihr, dass Leute wie Xavier zwischen uns und dem tatsächlichem Problem platziert werden? Epstein war Bestandteil eines strukturellen Kompromittierungssystems innerhalb globaler Machtgefüge. Die operative Infrastruktur solcher Systeme dient der Erzeugung von Erpressbarkeit (Kompromat), um Entscheidungsträger jenseits demokratischer Prozesse steuerbar zu machen. Solche Akteure fungieren als Werkzeuge für Netzwerke mit systematischem Zugriff auf staatliche Sicherheitsapparate und Geheimdienstführungen.
    Diese Ebene sichert Einfluss durch die Kopplung von Kapital und Kontrolle. Die Übernahme immenser Wahlkampfkosten regelt den Zugang zu Spitzenpositionen, während eine langfristig aufgebaute Kompromittierung die Steuerung der Amtsträger garantiert. Dies ermöglicht die Durchsetzung strategischer Kriegsentscheidungen und geopolitischer Verschiebungen, unabhängig von öffentlichen Mandaten. Die historische Kontinuität dieser Machtmechanik stützt sich auf dokumentierte Fälle:

    Der Franklin-Skandal (1980er/90er): Erpressungsszenarien gegen Politiker in Nebraska; Verfahren trotz FBI-Ermittlungen eingestellt.

    Craig-Spence-Affäre (1989): Prostitutionsring in Washington D.C. für Regierungsbeamte und Militärs; Ermittlungen wurden massiv behindert.

    Die BCCI-Affäre (1991): Globales Finanznetzwerk für Geheimdienste zur Bestechung von Staatsmännern unter Umgehung jeglicher Aufsicht.

    Dutroux-Affäre (Belgien, 1990er): Kindesmissbrauch mit Spuren zu Eliten; Ermittlungsbehinderung durch Beweismittelverlust und Zeugentod.

    Institutionelle Abschirmung: Bestimmte internationale Finanzstrukturen nutzen rechtliche Exterritorialität, um das Kapital beteiligter Netzwerke durch Immunitätsregeln vor nationaler Strafverfolgung und Einblick zu schützen.

    Das Ausscheiden einzelner Personen beendet nicht die Fortexistenz dieser Mechanismen. Dynastisches Kapital und die daraus resultierenden Management-Ebenen nutzen diese Abhängigkeiten zur dauerhaften Absicherung ihres Status. Die Kopplung von illegalen Netzwerken und staatlicher Macht dient dazu, Akteure jenseits der öffentlichen Sichtbarkeit zu steuern. Die Machtmechanik bleibt stabil, da sie auf der gegenseitigen Abhängigkeit von Kapitalgebern, Geheimdiensten und kompromittierten Entscheidungsträgern basiert.

    Könnt ihr direkt so für das Iran-Thema wiederverwenden. Ja ist viel Ki, fickt euch.
  • Sascha
    27.02.2026 10:49
    Hallo Serdar,

    Du hast den ganzen Umstand wunderbar zusammengefasst. Das Dumme ist nur, es werden diejenigen, die sich z.B. in Deinem Hasstalavista-Beitrag schon geifernd über alles, was Du gesagt hast, erregt haben, auch weiterhin erregen. Diesen Gedankenkonstrukten, in denen sich diese Leute bewegen, ist, so fürchte ich, nicht mehr beizukommen. Sie sind völlig in ihren Vorstellungen gefangen, dass jeder, der Xavier kritisiert, ein Weltbild hat, dass die Eliten doch gut sind, alles super in der Welt läuft und es keine bösen Dinge gibt.

    Das ist natürlich Quatsch. Ich z.B. habe schon im Teenageralter gewusst, dass vieles in der Welt falsch läuft und es so viel Krankes und Abartiges gibt, weil der Mensch nun mal der Mensch ist. Nur ist das nicht auf Eliten beschränkt, sondern das zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Die Eliten haben einfach nur mehr Geld und können dadurch andere Netzwerke bilden (siehe eben Epstein).

    Natürlich also wissen auch wir, die ja scheinbar Schlafschafe sind, was so in der Welt los ist und das nicht alles, was in den Medien erzählt wird, stimmt. Allerdings wissen wir auch, dass nicht alles, was auf Youtube, Telegram oder sonstwo erzählt wird, stimmt. Der Filter des kritischen Hinterfragens endet nicht bei den etablierten Medien, sondern er wird überall vorgeschaltet. Das trauen einem diese Leute aber nicht zu, weil sie nur meinen, dass sie kritisch sind, in Wirklichkeit sind sie aber Gläubige.

    Ich habe lange Zeit überlegt, wieso sie das nicht begreifen. Aber es ist im Grunde ganz einfach: Wenn mein Geist so gestrickt ist, dass ich dazu neige, das zu glauben, was meine Gefühle oder meine eigenen Gedanken bestätigt, dann sehe ich natürlich nicht, dass der Verstand anderer Leute anders arbeitet. Sprich, wenn also jemand nicht Xavier zustimmt, ist er gleich jemand, der von den Medien verstrahlt ist, sich nichts vorstellen kann usw. Ja, wie sollen Leute, die so denken, begreifen, wie ein wirklich kritischer Verstand funktioniert?! Sie sehen nicht, warum Xavier kritisiert wird. Aus deren Sicht liegt doch durch die Epstein-Akten klar der Beweis vor, dass Xavier recht hat oder seine Aussagen zumindest zutreffen könnten.

    Das Problematische, warum Xavier kritisiert oder für einen Schwurbler gehalten wird, hast Du ja schon schön herausgearbeitet. Es ist eben diese Verallgemeinerung, dass quasi jeder, der Elite ist, Kinder schändet, Menschen frisst etc. Und natürlich geht alles von den Juden aus, die das Geschick der Welt zum Bösen lenken. Es gibt natürlich auch unter Menschen mit dieser Sicht nochmal differenziertere Sichtweisen, dass nämlich nicht jeder aus der Elite daran beteiligt ist. Wer jedoch in den Akten auch nur erwähnt wird, muss natürlich schuldig sein. Dass das Wort "Kannibale" in den Epstein-Akten Bezug auf ein Restaurant dieses Namens ist, spielt da keine Rolle, weiß da auch keiner. Merkwürdigerweise ist dann Donald Trump wiederum in Ordnung, obwohl der ja auch sehr engen Kontakt zu Epstein hatte. Natürlich haben auch alle diese Leute die Epstein-Akten gelesen (Millionen von Seiten) und auch alles in den richtigen Kontext gesetzt usw. Jeder Otto-Normal-Leser ist sozusagen den echten Ermittlern meilenweit voraus.

    Man kommt solchen Leute nicht bei, weil wir hier längst bei einem Glaubenskrieg angekommen sind, so wie man sie früher im Mittelalter ja schon geführt hat. Vernünftige Argumente sind da völlig egal, wichtig ist die Rachefantasie, dass Leute wie wir endlich in den Arsch getreten bekommen und das böse Erwachen lauert. Klar, so als wüsste ich nicht schon lange, wie beschissen die Menschheit ist und wie sich die Reichen und Mächtigen immer weiter ihre Pfründe sichern wollen.

    Was erzähl' ich, ein Riesenthema ... es wird wahrscheinlich eh auf die ein oder andere Weise früher oder später krachen. Ich zumindest sehe nicht, dass die Menschheit sich hier aktuell auf einem guten Weg befindet.
  • M. Bierwirth
    26.02.2026 06:32
    Wie war das nochmal mit den Arschgeigen, den anderen und dem Neid von dem Dicken?
    Xavier Naidoo ist zwar crazy, aber ob mit seiner Musik oder seinen Aktionen – ich glaube, er hat mehr Gutes bewirkt als Schlechtes.
    Und du sagst doch selber, dass man die fetten, vollgefressenen Schweine vor der Glotze mal schocken muss. Kann ja nicht schaden, wenn der ein oder andere darüber nachdenkt und weniger Scheiße frisst.
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