Der linksextreme Terror ist zurück

Der linksextreme Terror ist zurück

Während ich mich mit meinem Kind beinahe vorahnend für eine Phase der Introspektion und Erholung in die Berge zurückgezogen habe, ist eingetreten, was von jenen vorhergesagt wurde, die man damals noch als ,,Schwurbler" diffamierte: ein Blackout.

von Nina Kirsch
Das inzwischen veröffentlichte Bekennerschreiben auf der berüchtigten Plattform Indymedia benennt meinen geliebten, früheren Berliner Bezirk als Ziel. Die Täter operieren offenkundig unter der Annahme, dort lebten ausschließlich wohlhabende Villenbesitzer. Diese Annahme ist falsch.
In diesem Bezirk leben ältere Menschen, Familien, kleine Kinder. Kaum jemand war vorbereitet. Nur eine einzige Villa verfügierte über einen Generator. Die Folgen dieser Tat treffen nicht abstrakte Klassenbilder, sondern konkrete Nachbarschaften.

Der linksextreme Terror ist zurück - und er fällt zeitlich zusammen mit einer geopolitischen Zäsur. Während sich Saboteure einbilden, mit Stromabschaltungen ein Zeichen gegen Imperialismus und Immobilienbesitz zu setzen, vollzieht Donald Trump, einst Immobilientycoon, heute mächtigster Mann der Welt, zeitgleich in Venezuela einen kolonialen Machtakt von globaler Tragweite.
Trump wird die Existenz einer sogenannten Vulkangruppe nicht kennen. Extremistische Gruppierungen überschätzen regelmäßig ihre historische Relevanz. In Wahrheit bleiben sie das, was sie sind: Terroristen, die ihre eigene Bedeutung mythologisieren.
Bereits 2022 habe ich darauf hingewiesen, dass deutscher Linksterrorismus weniger politischer Widerstand als Ausdruck infantiler Wohlstandsverwahrlosung ist. Der entsprechende Clip erzielte 1,3 Millionen Aufrufe - als Kuriosum, nicht als Warnung. Nun ja, die Irren haben wohl wirklich die Anstalt verlassen - weltweit!

Der Anschlag auf mehrere Bezirke im Berliner Südwesten ist jedoch kein Kuriosum. Er ist ein reales Sicherheitsereignis mit potenziell tödlichen Konsequenzen. Die Opfer werden keine Symbole sein, sondern Nachbarn.
Die Monroe-Doktrin ist zurück - nicht als historisches Relikt, sondern in modernisierter, vermutlich verschärfter Form. Der Beginn des Jahres 2026 macht deutlich: Die Weltordnung hat sich erneut verschoben. Illegale Angriffskriege werden rhetorisch zu ,,Terrorinterventionen", sofern der Aggressor die richtige Flagge trägt.
Im imperialistischen Westen ist das nichts Neues. Umso dringlicher ist es, koloniale Kontinuitäten endlich ernsthaft zu analysieren. Hören wir auf unsere Historiker. Die Gewaltgeschichte des Kolonialismus wirkt unermüdlich fort. Sie erzeugt ideologisch verlorene junge Menschen wie die Vulkangruppe ebenso wie neue geopolitische Machtverschiebungen und justiert vor aller Augen die sogenannte wertebasierte Ordnung neu.
Der Roosevelt-Zusatz zur Monroe-Doktrin brachte damals diese Logik nüchtern auf den Punkt: Staaten, die Ordnung wahren, verantwortungsvoll handeln und ihre Verpflichtungen erfüllen, mussten keine Intervention durch die USA befürchten.

Europa und insbesondere Deutschland befinden sich derzeit nicht in dieser Position. Schon Putin konnte man erwartungsgemäß nicht in die Knie zwingen. Das zu glauben, war infantil und dumm. Innenpolitisch wird diese Schwäche instrumentalisiert werden. Die AfD wird profitieren - ebenso wie die extremen Ränder auf der linken sowie der rechten Seite. Das Ergebnis ist eine explosive Gemengelage, deren Dynamik die kommenden Jahre prägen dürfte.

07.01.26
von Nina Kirsch
Ich bin alleinerziehende Mutter eines kleinen Engels, arbeite seit über 10 Jahren international als Model, studiere nebenbei am Wochenende Gesundheitspsychologie, arbeite als Unternehmerin und bin ehrenamtliche Richterin in Berlin.
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